Mäßigung
beim Weinkonsum passt wunderbar zur Fastenzeit. Mit frömmelnder
Entsagung
hat dies allerdings nichts zu tun. Eher mit gesteigertem Genuss. Den
erreicht,
wer den Wein einmal nicht mehr als Ergänzung zum Essen oder sogar
nebenher zum
Fernsehen trinkt. Ein einziges Glas, bewusst verkostet, in
homöopathischen
Schlückchen zelebriert - das nenne ich ein sakrales Erlebnis.
Mancher
Weinfreund versucht sich auch darin, von Aschermittwoch bis Ostern dem
Rebensaft völlig zu entsagen. Das ist mir nur einmal gelungen - es war eine
fürchterliche Qual. Die Götter können nicht wirklich gewollt haben, dass ein
Mensch
sechs Wochen ohne Wein lebt.